Studio Ghibli Firmengeschichte

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‘Studio Ghibli Logo‘: © Studio Ghibli

Das Studio Ghibli ist ein weltberühmtes japanisches Zeichentrickfilmstudio. Bekannte Anime-Produktionen des Studios sind zum Beispiel Prinzessin MononokeChihiros Reise ins Zauberland und Das wandelnde Schloss.

Während heutzutage nahezu alle Anime-Produktionen ausschließlich am Computer entstehen, verwendet Studio Ghibli weiterhin „klassische“ Animationstechniken wie zum Beispiel das Abfotografieren von Hand gezeichneten Folien und setzt Computeranimationen nur in sehr begrenztem Umfang ein.

Die Geschichte

Der Film Nausicaä aus dem Tal der Winde von Hayao Miyazaki war 1984 an den japanischen Kinokassen sehr erfolgreich und führte dazu, dass die Produktionsfirma Tokuma Shoten 1985 das Studio Ghibli gründete. Mit Sitz in Kichijoji wird es seitdem von Miyazaki und Isao Takahata geleitet.

Der Name Ghibli geht auf eine italienische Bezeichnung zurück, die wiederum arabischen Ursprungs ist, allerdings mit der Aussprache [dʑíbɯɺi] statt dem italienischen harten /g/. Sie steht für einen heißen Sahara-Wüstenwind (Gibli قبلی ) und wurde ab dem Zweiten Weltkrieg auch für italienische Flugzeuge verwendet. Als Luftfahrt-Interessierter wählte Miyazaki diesen Namen, um zu zeigen, dass er im wahrsten Sinne des Wortes „frischen Wind“ in die japanische Anime-Industrie bringen möchte.

Der erste Zeichentrickfilm in Spielfilmlänge aus dem Hause Ghibli entstand 1986 mit Das Schloss im Himmel. Dieser Animationsfilm handelt von der Abenteuergeschichte zweier Kinder, die sich auf die Suche nach einem legendären, fliegenden Schloss machen. Der Film konnte zwar Nausicaäs Popularität nicht überragen, war für einen Anime-Film aber ebenfalls außergewöhnlich erfolgreich und ermöglichte dem Studio weitere Produktionen. So setzten Miyazaki und Takahata 1988 gleich zwei Filme um: Mein Nachbar Totoro und Die letzten Glühwürmchen konnten die hohen Erfolgserwartungen zwar nicht erfüllen, wurden jedoch mehrfach ausgezeichnet, von Kritikern gelobt und machten das Studio bekannt. Während Die letzten Glühwürmchen ein trauriges Antikriegsdrama um zwei Geschwister ist, zeichnen den Kinderfilm Mein Nachbar Totoro vor allem die darin vorkommenden Fantasiewesen aus. Merchandise-Artikel zu Totoro verkaufen sich nach wie vor gut und das Totoro-Titellied dürfte eines der bekanntesten Lieder in Japan sein.

Der erste große finanzielle Erfolg kam 1989 mit Kikis kleiner Lieferservice. Der auf einem Kinderbuch von Eiko Kadono basierende Film über eine junge Hexe wurde zum erfolgreichsten japanischen Film aus dem Jahr 1989. Isao TakahataTränen der Erinnerung konnte 1990 einen ähnlichen Erfolg aufweisen.

Weil für die rund 90 Mitarbeiter nun nicht mehr ausreichend Platz im Studio war, baute man 1992 in Koganei ein neues Gebäude. Fast zur selben Zeit erschien Miyazakis melancholische Liebesgeschichte Porco Rosso, das abermals zum erfolgreichsten japanischen Film des Jahres wurde. Während Pom Poko 1994 erneut ein Erfolg im Kino war, wurde 1993 mit Flüstern des Meeres ein Fernsehfilm aus dem Studio Ghibli veröffentlicht, der erstmals ohne Beteiligung von Isao Takahata und Hayao Miyazaki entstand.

Nach Stimme des Herzens begann das Studio Ghibli 1995 mit der Arbeit an Prinzessin Mononoke. Dieses dramatische Märchen erschien 1997 und war zu der Zeit der in Japan erfolgreichste Film. Der Film erregte auch außerhalb Japans erstmals Aufmerksamkeit. Der wirkliche internationale Durchbruch für Ghibli kam erst 2001 mit Chihiros Reise ins Zauberland, einem komplexen Märchen um ein zehnjähriges Mädchen, das in eine Fantasiewelt gelangt. Chihiro war in Japan sogar erfolgreicher als Prinzessin Mononoke, erhielt 2003 den Oscar in der Kategorie „Bester Animationsfilm“ und den Goldenen Bären auf der Berlinale 2002 und ist der bislang am meisten ausgezeichnete Zeichentrickfilm aller Zeiten.

Nach Das Königreich der Katzen, einer Fortsetzung von Stimme des Herzens, folgte mit Das wandelnde Schloss der nächste Erfolg. Die Fantasy-Geschichte nach einem Roman der englischen Schriftstellerin Diana Wynne Jones hatte in Japan den erfolgreichsten Filmstart aller Zeiten und wurde 2006 für einen Oscar nominiert.

Die Chroniken von Erdsee, eine Fantasy-Geschichte nach dem Buch “Das ferne Ufer” der US-amerikanischen Schriftstellerin Ursula K. Le Guin, ist das Regiedebüt von Hayao Miyazakis Sohn Goro Miyazaki. Der Film kam im Juli 2006 in die japanischen Kinos und am 8. November 2007 in die deutschen Lichtspielhäuser.

Am 1. Februar 2008 löste Kōji Hoshino, früherer Präsident der Walt Disney Japan, Toshio Suzuki als Präsident von Studio Ghibli ab. Noch im selben Jahr erschien Ponyo – Das große Abenteuer am Meer, nach einer Vorlage von “Die kleine Meerjungfrau”. Der Film erreichte in Japan eine sehr hohe Popularität.

Nach zwei Jahren Pause meldete sich im Jahr 2010 Hiromasa Yonebayashi mit Arrietty – Die wundersame Welt der Borger zurück. Der Film basiert auf dem Fantasy-Roman “Die Borger” von Mary Norton aus dem Jahr 1952. Beim Japanese Academy Award gewann der Film den Preis für den besten Animationsfilm. Bei den Tokyo Anime Awards 2011 wurde der Film als bester Animationsfilm des Jahres und als bester japanischer Animationsfilm ausgezeichnet. Darüber hinaus gingen Preise an Hiromasa Yonebayashi für die beste Regie, an Noboru Yoshida und Yōji Takeshige für die beste künstlerische Leitung und an Cécile Corbel für die beste Filmmusik. Auf der Filmkritikseite Rotten Tomatoes wird er als einer der besten Filme 2010 ausgezeichnet.

Nach dem nicht so erfolgreichen Film Die Chroniken von Erdsee, erschien 2011 das zweite Projekt von Sohn Goro MiyazakiDer Mohnblumenberg ist eine Adaption des gleichnamigem Mangas von Chizuru Takahashi und Tetsuro Sayama von 1980 und erzählt eine Coming-of-age Geschichte eines Mädchens im Jahr 1963, ein Jahr vor den Olympischen Spielen.

Am 13. Dezember 2012 kündigte Studio Ghibli gleich zwei neue Projekte für das Jahr 2013 an. Nach 14 Jahren Pause meldete sich Isao Takahata, der im Jahr 1999 mit dem Anime Meine Nachbarn die Yamadas den Japanese Academy Awards den „Preis für Exzellenz“ für die Animation bekommen hatte, mit dem Anime Die Legende von Prinzessin Kaguya zurück. Der berühmte japanische Märchenfilm Taketori Monogatari (Die Geschichte des Bamboo Cutter) konzentriert sich auf eine Prinzessin namens Kaguya, die als Baby in einem Stiel einer glühenden Bambus Pflanze entdeckt wurde. Außerdem erscheint im Jahr 2013 mit Wie der Wind sich hebt ein neuer Film von Hayao Miyazaki. Miyazakis neuer Anime, der als eine Biografie angekündigt wurde, handelt vom berühmten Mitsubishi A6M Jagdflugzeug (Zero Fighter) und seinem Designer Dr. Jiro Hirokoshi. Das japanische Trägerjagdflugzeug wurde während des Zweiten Weltkriegs von der Kaiserlichen Marine eingesetzt.

Kurz nach der Veröffentlichung von Wie der Wind sich hebt gab Meister-Animator Hayao Miyazaki im September 2013 seinen Ruhestand bekannt. Grund dafür, ist sein fortgeschrittenes Alter und seine Gesundheit. Auch wenn die Nachricht wie ein Blitz einschlug, wurden beide Filme mit unzähligen Preisen und Auszeichnungen überhäuft.

Am 10. Dezember 2013 gab Studio Ghibli offiziell ihr nächstes Projekt für das Jahr 2014 bekannt, dass auf dem Kinderbuch-Klassiker “Damals mit Marnie” von Buchautorin Joan G. Robinson basiert. In “Erinnerungen an Marnie” geht es um die zwölfjährige Anna, die auf dem Land das energische Mädchen Marnie kennen lernt. Obwohl Marnie von außen her sehr fröhlich zu sein scheint, erkennt Anna bald, dass sich auch in ihr eine tiefe Traurigkeit verbirgt. Als Anna tiefer in die Welt von Marnie gezogen wird, beginnt sie viel über Familie, Freundschaft und Güte zu lernen. Regie führte hier abermals Hiromasa Yonebayashi.

Nach der Veröffentlichung des Animes gab Toshio Suzuki bekannt, dass vorerst keine langen Animationsfilme mehr produziert werden. Schuld sind unter anderem die hohen Produktionskosten, die alten Zeichentechniken (Computeranimation haben den alten Zeichenstil fast abgelöst), der Ruhestand von Hayao Miyazaki, sowie fehlender Nachwuchs. Das Studio strukturiert sich seit dieser Ankündigung mit der Aussauge, “Pause auf unbestimmte Zeit”, wirtschaftlich neu.

Auch wenn es über die weiteren Jahre den Anschein machte, das es für immer still um Studio Ghibli sein würde, erschien am 17. September 2016 die allererste Auslandsproduktion “The Red Turtle“. Regie führte bei dieser französisch-belgisch-japanischen Produktion der niederländische Animator Michaël Dudok de Wit. Toshio Suzuki war als Produzent und Isao Takahata als künstlerischer Produzent am animierten Langspielfilm beteiligt. Der Film erzählt die Geschichte von einem Mann, der auf einer menschenleeren Insel strandet, die von Schildkröten und Krabben beheimat wird. Der Schiffbrüchige wird bald darauf mit einer riesigen roten Schildkröte konfrontiert, welche ihn ständig daran hindert die Insel zu verlassen. Irgendwann akzeptiert er sein Schicksal und lernt alleine auf der Insel zu überleben. Bis eines Tages aus der roten Schildkröte auf geheimnisvolle weise eine Frau wird. Das Paar geht gemeinsam durch alle Meilensteine des Lebens, umgeben von Krabben, Insekten und dem weiten Ozean.

Weiterhin verkündete Altmeister Hayao Miyazaki an, dass er an dem 10-minütigen CG-Kurzfilm „Boro the Caterpillar“ arbeitet. Miyazaki’s computeranimiertes Kurzfilm-Projekt war im Juli 2015 eine große Überraschung und könnte nur der Vorreiter einer ganzen Kurzfilmreihe für das Museum sein. Dieser animierte Kurzfilm sollte ursprünglich im Jahr 1997 noch vor „Prinzessin Mononoke“ veröffentlicht werden. Im Film geht es um die abenteuerliche Reise aus der Sicht einer Raupe namens Boro, die sich von ihrem Raupenstadium zum Schmetterling entwickelt. Dabei trifft sie in ihrer natürlichen Umgebung auf verschiedene andere interessante Insekten. Bei einem Vortrag im Juli 2015 gab Toshio Suzuki bekannt, dass dieses Projekt doch noch durch Hayao Miyazaki realisiert wird. Allerdings als 10-minütiger computeranimierter Kurzfilm für das Ghibli-Museum. Die Produktion soll etwa 3 Jahre andauern.

Nach mehrjähriger Arbeit an dem 10-minütigen CG-Kurzfilm „Boro the Caterpillar“ erscheint der Anime im Juli 2017 exklusiv für das Ghibli-Museum. Weiterhin kehrte Hayao Miyazaki aus seinem Ruhestand zurück und kündigte einen neuen animierten Langspielfilm an. Aus diesem Grund begann am 19. Mai 2017 Studio Ghibli mit der Suche nach neuen Mitarbeitern und kündigte somit die neue Produktion an. Der Produktionszeitraum soll offiziell am 01. Oktober 2017 mit einer dauer von drei Jahren beginnen. Der neue Animationsfilm basiert auf dem japanischen Kinderbuch-Bestseller “Kimitachi wa dō ikiru ka“.

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